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§

Geringe Menge im BtMG

was bedeutet das praktisch?

geringe Mengenicht geringe Menge§ 29 BtMG·§ ErklärungFür Betroffene·5 Min.· Stand: Mai 2023

Definition

"Geringe Menge" ist kein Freifahrtschein: Der Begriff kann die Ausgangslage verbessern, macht den BtMG-Vorwurf aber nicht legal und führt nicht automatisch zur Einstellung.

Rechtsgrundlage: § 29 BtMG

Abgrenzung zur nicht geringen Menge

Die nicht geringe Menge ist ein wirkstoffbezogener Schwellenbegriff mit erheblichen Strafrahmenfolgen. Bei Cannabis wird in der Rechtsprechung weiterhin häufig mit 7,5 g THC als Referenz gearbeitet.

Was bringt "geringe Menge" in der Praxis?

Sie kann eine bessere Ausgangslage für Einstellungen oder eine mildere Strafzumessung schaffen. Entscheidend bleibt aber die Gesamtakte: Umstände, Vorbelastungen, Hinweise auf Handel und Beweislage.

Praxishinweis

Bei BtMG-Verfahren entscheidet nicht nur die Menge, sondern auch was die Akte sonst enthält (Chats, Waagen, Verpackung, Zahlungen).

Verteidigungsansätze

Typische Ansatzpunkte sind Wirkstoff- und Laborfragen, Besitz- und Verfügungsgewalt, Zuordnung zu Personen sowie die Prüfung der Beweiskette und formeller Verfahrensschritte.

Wichtiger Hinweis

Die Annahme "geringe Menge = sicher eingestellt" ist gefährlich. Ohne saubere Aktenarbeit kann sich die Lage schnell verschlechtern.

Schnell\u00fcbersicht
Ist geringe Menge legal?

Nein. Auch geringe Menge kann strafbar sein.

Wird dann immer eingestellt?

Nein. Eine Einstellung ist möglich, aber nie automatisch.

Was ist der zentrale Unterschied?

Die nicht geringe Menge ist ein eigener Schwellenbegriff mit deutlich härteren Strafrahmenfolgen.

Warum ist frühe Beratung wichtig?

Weil Aussagen und Aktenbeifang die Ausgangslage oft unnötig verschlechtern.

Relevante Paragraphen
§ 29 BtMG§ 29a BtMG
Je weniger Beifang in der Akte, desto eher ist eine pragmatische Lösung erreichbar.
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Schritt f\u00fcr Schritt

01
Schritt 1

Wirkstofflage sichern

Laborwerte, Probenherkunft und Zuordnung müssen früh auf Plausibilität und Messmethodik geprüft werden.

Wirkstofffragen sind oft entscheidender als Bruttogewicht.
02
Schritt 2

Besitz- und Kontextfragen klären

Wer hatte tatsächlich Zugriff und Verfügungsgewalt? Gibt es Hinweise auf Eigenkonsum oder Handel?

Zurechnung ist der Kern vieler BtMG-Verfahren.
03
Schritt 3

Pragmatische Verfahrensstrategie festlegen

Auf Basis der Akte wird entschieden, ob auf Einstellung, Milderung oder eine begrenzte Einlassung hingearbeitet wird.

Erst Akte, dann taktische Entscheidung.

Häufige Fragen

Kann die Staatsanwaltschaft trotz geringer Menge anklagen?

Ja, das ist möglich.

Ist geringe Menge ein Freispruchargument?

Nicht automatisch. Sie verbessert eher den Verhandlungsspielraum.

Hilft frühe Beratung wirklich?

Ja, weil frühe Aussagen die Aktenlage oft verschlechtern.

Ist die Menge bundesweit gleich definiert?

In der Praxis gibt es Unterschiede bei Richtwerten und Einzelfallbewertung.

Fazit

"Geringe Menge" ist ein wichtiger, aber kein automatischer Vorteil: Entscheidend ist die Gesamtakte.

Geringe Menge bedeutet nicht Legalität.
Nicht geringe Menge hat deutlich härtere Strafrahmenfolgen.
Aktenarbeit und frühe Strategie bestimmen die realen Chancen.