Drogenfahrt

Verkehrsrecht und Cannabis

Der Drogenkonsum kann nicht nur strafrechtliche Folgen haben. Der Genuss von Rauschmitteln kann auch verkehrsrechtliche Folge haben, die zu Fahrverboten und der Entziehung der Fahrerlaubnis führen. Das Stichwort ist hierbei stets das sog. „Trennungsvermögen“. Die Fähigkeit des Konsumenten von Cannabis, Amphetaminen, Kokain oder anderen Substanzen zwischen dem berauschten und nüchternen Zustand zu unterscheiden. Auch das Aufgreifen in einem nüchternen Zustand verhindert nicht, dass diese Fähigkeit bei Beschuldigten angezweifelt wird. Eine zu schnelle Einlassung führt häufig dazu, dass aus harmlosen Verkehrskontrollen schwerwiegende Konsequenzen erwachsen, die Sie Führerschein und Geld kosten. 

Cannabiskonsum und Führerschein

Um Ihnen das Trennungsvermögen tatsächlich abzusprechen muss es dennoch einen zeitlichen Maßstab geben, der es bestimmbar macht, wann Sie fahrtüchtig sind und wann Sie wegen des Konsums von Cannabis nicht hinter dem Steuer Ihres Fahrzeugs sitzen sollten.

Es liegt auf der Hand, dass direkt nach dem Einnehmen von Betäubungsmitteln, zu den auch „Gras“ zählt, eine Teilnahme am Straßenverkehr ausgeschlossen ist. Liegt jedoch eine deutliche zeitliche Zäsur zwischen dem Rauchen des letzten Joints und der Autofahrt, so darf das Gericht nicht automatisch Ihre Fähigkeit anzweifeln.

In der Rechtsprechung ist bei Cannabis eine zeitliche Zäsur jedenfalls bei 23 Stunden zu vermuten. Diese Werte sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Jeder Fall lebt von seinen individuellen Umständen. Entscheidend für die Beurteilung des Zeitraums können die THC-Konzentration des Cannabis sein, die Konzentration im eigenen Blut und andere Faktoren. Es soll aber verdeutlicht werden, dass es bei solchen Wertungen mit guter Argumentation und dem Mut sich zur Wehr zu setzen möglich ist, das eigene Recht zu schützen.

 

Ein Bußgeld muss akzeptiert werden. Gerade in diesen Fällen, in denen es um Geld und Ihre Mobilität geht, kann eine gute Verteidigung eine echte Ersparnis bringen.  Allein das Vorliegen einer positiven Blutprobe darf auch nicht wie selbstverständlich zum Entzug der Fahrerlaubnis führen.

Zu den THC-Werten im Blut müssen auch andere Gesichtspunkte hinzutreten, deren Nicht-Feststellung eine Abwehr dieser staatlichen Maßnahmen ermöglicht; ebenso bedeutet nicht jeder Fahrfehler, dass ein Zusammenhang mit Drogen und Rausch zu tun hat.

Solange ein Rechtsmittel eingelegt wird und Ihr Anwalt für Strafrecht und Verkehrsrecht die Verteidigung mit Ihnen vorbereitet, können Bußgelder bekämpft und Folgen für Ihren Führerschein und die Entziehung der Fahrerlaubnis vermieden werden.

Kosten beim Bußgeldbescheid

Der finanzielle Aufwand sollte Sie nicht hindern, Ihre Rechte zu schützen. Ihre Rechtsschutzversicherung kommt in der Regel für eine Verteidigung in derartigen Fällen auf.